Wegekreuz Eischeid

Mut

von Dr. Siegfried Wiegand †

Als ich dieser Tage durchs sommerfrühe Land fuhr, fand ich an einer Wirtschaft einen Gedenkstein mit einem großen Sternkreuz und dem gekreuzigten Jesus Christus. Darunter stand :

Errichtet von Eheleuten
J. Herchenbach
Eischeid
1940
Im Kreuz ist Heil

Für einen Menschen, der die Hitlerzeit erlebt hat, ist dies ein Beweis geradezu einmaligen Mutes und/oder guter Beziehungen zum zuständigen Ortsgruppenleiter. In einer Zeit des Siegesjubels über den unbestrittenen erfolgreichen Westfeldzug mit dem das Land überziehenden "Sieg-Heil"- und "Heil-Hitler"-Rufen, da gehen ein Mann und seine Frau hin und errichten eine Gedenksäule an Jesus Christus und schreiben darunter "Im Kreuz ist Heil", was ungeschrieben heißen konnte (sollte), ... und nicht im Sieg und nicht in Hitler... !

Wann wohl wird einmal die Geschichte dieser 12 Jahre zwischen dem 30 Januar 1933 und dem 8. Mai 1945 geschrieben werden, sine ira et studio, ganz einfach wie es war? Zäsiliert und grobkantig, tapfer und feige, Angst und Hoffnung und das sich Schämen für und um den verschwundenen jüdischen Wohnungsnachbarn. Dieses einfache Kreuz im Bergischen Land vom Jahre 1940 mit der Aufschrift "Im Kreuz ist Heil" wird zur Geschichte dieser Zeit dazugehören müssen.

Nachtrag: Insider wissen, der wahre Hintergrund zur Errichtung dieses Kreuzes war ein Dank an Gott, dass die Mutter die Geburt des "heutigen Inhabers" trotz großer Komplikationen überlebte.

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