Siegel Neunkirchen 1556

Neunkirchen-Seelscheid von einst

Das älteste Dokument, in dem die Pfarre Neunkirchen erwähnt wird, stammt von 1178. Ihm ist zu entnehmen, dass das Kölner St. Andreas-Stift damals gegen über Neunkirchen das „Zehntrecht“ besaß. Im 17. Jahrhundert dann wird in einem Buch des Kölner Geschichtsschreibers Aegidius Gelenius ein Hinweis darauf gegeben, dass die Steuer des Zehnten bereits seit Erzbischof Bruno († 65) bestand. Eine in jüngster Zeit vorgenommene gründliche Auswertung des Urkundenmaterials schließlich hat ergeben, dass das Kirchspiel Neunkirchen in der Mitte des 10. Jahrhunderts existiert haben muß. Es setzte sich aus den Honschaften Eischeid, Herkenrath, Seelscheid, Söntgerath und Wiescheid zusammen.

Jahrhundertelang gab es zwei übergeordnete Instanzen, welche die auseinanderstrebenden Bürger organisierten. Auf geistlichem Gebiet die Kirche von Neunkirchen, der die Kapellengemeinde von Seelscheid unterstand, auf weltlichem Gebiet zunächst die Pfalzgrafen des Auelgaus, dann die auf Burg Blankenberg residierenden Grafen von Sayn und ihren Erbnachfolgern. Sie verpfändeten das Gebiet um 1365 an den Herzog von Berg, der das so entstandene „Bergische Land“ regierte. Nach einer kurzen Zeit französischer Besetzung kam unsere Heimat 1815 bis 1918 unter preußische Herrschaft.

Von Alters her war die Zeithstraße die wichtigste Verkehrsader für Händler, Militär und Postkutschen, wobei man die Wege damals immer wieder durch Zölle untergliederte und die Angst vor Plünderungen an einer so viel befahrenen Strecke oft sehr groß war. Denn nicht immer waren die Zeiten ruhig. Dreißigjähriger und Siebenjähriger Krieg gingen auch an unserer Region nicht spurlos vorüber.

Zum schwersten Ausbruch innerer Spannungen trug jedoch die Reformation bei. Die meisten Seelscheider traten damals zur neuen Lehre über und es wurde der Wunsch größer, sich auf Dauer von dem katholisch gebliebenen Neunkirchen auch politisch zu lösen.

Napoleon 1. führte 1806 eine neue Verwaltungsorganisation ein, bei der Seelscheid zur Bürgermeisterei Wahlscheid geschlagen wurde. Erst 1820, nach der Eingliederung unserer Gemeinde in Preußen fiel Seelscheid wieder unter Neunkirchener Verwaltung. Im 19. Jahrhundert setzte aus Not eine Auswanderungswelle nach Übersee, meist in die USA ein. Nach Ende des 2. Weltkrieges wuchsen die Ortschaften auf Grund der zunehmenden Motorisierung mehr und mehr zusammen, schließlich wurde die Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid gegründet. Jedoch kann man auch heute noch die ein oder andere kleinere Rivalität zwischen beiden Orten spüren.

>> Neunkirchen-Seelscheid heute

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