Wegekreuz Eischeid

Das Eischeider Kreuz
auf dem „Eischeider Buckel“

Einer der höchsten Geländepunkte der Gemeinde Neunkirchen- Seelscheid (+ 234,7 m) hat die katasteramtliche Flurbezeichnung „Am Eischeider Buckel“. Die Flurnamen sind die Bezeichnungen für eine Grundstückseinheit, deren Entstehung bis in die Zeit Kaiser Karls des Großen zurückgeht. Da dieses Gelände die Form eines Buckels hat und von weither sichtbar ist, erhielt es wahrscheinlich diese Bezeichnung schon in frühester Zeit.

Der „Buckel“ liegt an der Einmündung der von Eischeid kommenden Straße Neunkirchen/Birkenfeld. Diese höchstgelegene Stelle Neunkirchens wurde im Jahre 1950 zur Anlage eines unterirdischen Wasserbassins für die Neunkirchner Wasserleitung genutzt. Bei Ausschachtungsarbeiten entdeckten Bauarbeiter in vier Meter Tiefe mehrere schwere Eichenbalken. Anfangs hielt man Sie für die Überreste eines Galgens, die man in früheren Jahren gern an hochgelegenen und gut sichtbaren Orten anbrachte. Nähere Prüfungen ergaben aber, daß die Balken zu einem großen Kreuz gehörten. Der senkrechte Kreuzesbalken war etwa sechs Meter hoch aus einem Eichenstamm, sauber mit der Axt herausgeschlagen. Am unteren Ende war der Wurzelstock geblieben, am oberen Ende der Astansatz noch zu sehen. Die Ausladung der Querbalken betrug ca. 2,50 Meter nach jeder Seite. Sie waren nicht im oberen Drittel, sondern wie bei vielen alten Kreuzen, fast in der Mitte des senkrechten Kreuzesbalken angebracht. Dieses Kreuz dürfte das größte in der Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid gewesen sein.

Die Fundstelle läßt vermuten, daß der Weg nach Eischeid früher ein Hohlweg war und das Kreuz auf einer hohen Böschung stand. Bei der Verbreiterung dieses Weges wurden die Böschungen und der Standort des Kreuzes angeschnitten. Aus nicht bekannten Gründen erfolgte keine Neuaufstellung des Kreuzes. Es wurde einfach auf den Boden des alten Hohlweges gelegt, mit etwa vier Metern Erde überdeckt und darauf die neue Straße angelegt.

Wegekreuz Eischeid Nach einer alten Dienstordnung für den geistlichen Rektors von Hermerath mußte dieser bei der Frohnleichnamsprozession an diesem Kreuz oder dem in Ohmerath eine Predigt halten. An beiden Kreuzen dürfte den Gläubigen der sakramentale Segen erteilt worden sein.

Das Jahr 1954 (marianisches Jahr) war für die Bewohner von Eischeid und Höfferhof Anlaß, ein neues Kreuz zu errichten. Es wurde nahe der Stelle, wo das alte Kreuz gestanden hatte, aufgestellt. Über sieben Meter hoch und zwei Tonnen schwer, ist es weithin zu sehen und als Eischeider Kreuz bekannt. Am Fuße des Kreuzes stellten zwei Neunkirchner Pilger eine aus Fatima mitgebrachte Figur der Gottesmutter auf.

Die feierliche Kreuzeinweihung erfolgte am Sonntag, dem 20. Juni 1954 durch Dechant Scheidt. Viele Pfarrangehörige, vor allem die Jugend, nahmen an der Einweihung, die vielen bis heute in Erinnerung bleiben wird, teil.

Auf dem „Buckel“, in der Nähe des Eischeider Kreuzes, steht vor dem Wasserbehälter an der Straße Neunkirchen–Birkenfeld, ein weiteres Kreuz. Dieses ist jedoch aus Stein und wurde im Jahre 1860 von den Eheleuten Heinrich Steeger und Anna Maria Schmidt „Zur Ehre Gottes“ errichtet. In einer Nische des Kreuzes befindet sich das Bild des heiligen Maternus zu Köln, den die Sage zum Schüler des heiligen Petrusund ersten Bischof von Köln machte. Im 3. Jahrhundert gab es einen Bischof Maternus in Köln. Er kann aber mit Maternus, dem Schüler des heiligen Petrus, nicht identisch sein.

Von altersher dürfte der „Eischeider Buckel“ ein bevorzugter Platz unserer Vorfahren gewesen sein. Vielleicht war auf ihm in grauer Vorzeit eine heidnische Opfer- oder Gedenkstelle. Deshalb sollten wir in der Hetze des Alltags, wenn wir über die vielbefahrene Straße am „Eischeider Buckel“ vorbeikommen, ihm und den beiden Kreuzen einige Gedanken widmen.

Nach: Heimatnachrichten Nr. 2/87


Nachtrag:


Im Jahr 2000 wurde das im Jahre 1954 eingeweihte Kreuz von Unbekannten angesägt. Da eine Reparatur des Schadens nicht möglich war, wurde an gleicher Stelle etwa ein Jahr später, von der Dorfgemeinschaft Eischeid ein neues Kreuz errichtet, damit auch weiterhin ein Kreuz über der Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid wacht.



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